Unser fernes Reich... Butania. Unsere gefahrvolle Welt... Butania. Süß, schön und tödlich. Welche Stimme kann hier ein Loblied singen, welches Zeugnis könnte diesen Zauber gerecht werden? Den Zauber unseres prachtvollen Heimatlandes. Weises Butania, lehrst deinen Kindern das Leben, denn Kampf ist der größte Lehrmeister, und Schmerz, der beste Erzieher. Die Thurankor. Wie stark euer Geist, wie schwach eure Körper, dass ihr die Elfgasa versklaven müsst, die leidenschaftlichen Baumeister Butania´s. Oh edle Uroklas, ergebene Diener der Thurankor. Sie werden die ersten Schläge abbekommen, die anderen zugedacht sind. Dann wird sich Uroklas gegen Thurankor erheben und ganz Butania in den Krieg gestürzt. Ganz Butania, ausser den armen Somorjor. Sie allein verrichten die spirituelle Arbeit, verteidigen die Schwachen, und erhalten die Stätten der Altforen. Sie allein schützen die Vergangenheit, denn sie erwarten die Rückkehr, die Rückkehr von Gaia.
Erste Etappe: Dunkler Schleier der Vergangheit
Meine Vergangenheit ist ein Mythos, meine Gegenwart eine Legende, und meine Zukunft... eine Prophezeiung. Man nennt mich, den Gentlemen. Mein richtiger Name spielt keine Rolle. Tatsächlich trage ich den Namen vieler, denn, ich bin ein Seelenträger der Thurankor. Geboren, ausgebildet und später zum Obersten Meister ernannt. Doch nach der Metzlerei gegen die Uroklas verlor ich jede Orientierung. Die Seelen, die ich während meiner Kämpfe sammelte, gaben mir die Stärke und Macht, die über den Sieg der Uroklas entschied. Doch zum welchem Preis? Der Plan war, ein Komplott mit den Uroklas, um die Bauwerke der Elfgasa zu besetzen. Es stellte sich aber schnell heraus. dass das Ziel nicht die Elfgasa waren, sondern die Uroklas. Die Oberhäupter der Uroklas wurden im Schlaf ermordet und durfte alles aus der ersten Reihe beobachten. Ich konnte nichts machen. Wie gelähmt stand ich inmitten eines Blutbades. Jeder, der nur den Gedanken daran pflegte, sich zu erheben, wurde mit in den Tod gerissen. Ob Frauen oder Kinder, dies spielte keine Rolle. Auch ihre Waffenkammern wurden geplündert, um einen Aufstand zu vermeiden. Es wurde nichts übrig gelassen, kein Stein stand mehr auf seinem ursprünglichen Platz.
Dies ist nun schon 50 Jahre her. Dem ersten Anschein nach ist ihr Rachedurst gegen die Thurankor erloschen. In Ihren Augen spiegelt sich nur noch die Angst. Freiheit ist nicht mehr als ein Hilfeschrei in eine unbewohnte Höhle. So wurden sie ergebene Diener der Thurankor und Sklaventreiber der Elfgasa.
Was mich betrifft, lebte ich nach diesem Anschlag im Exil. Zeit spielte für mich keine Rolle. Mein Leben war unbegrenzt. Jede aufgesogene Seele gab mir Zugriff auf Ihre Lebensdauer. Auch Ihre Fähigkeiten wurden mir übertragen, auch wenn ich sie nicht meistern kann wie einst dessen Träger.
"Verdammt". Ich betrachtete meine Schnittwunde am rechten Oberarm. Es quoll eine blau schimmernde Flüssigkeit heraus, was keinesfalls mein Blut selbst war. Vielmehr eine Prozedur der Selbstheilung, die bei jeder Inhalierung einer Seele, dessen bereits aktiven Lebensdauer erlischt, stattfand. Im Grunde eine Reinigung des Körpers, wenn man es so sagen möchte. "Es hört nicht auf zu brennen." "Hör auf zu jammern, Gentlemen." Sprach eine verschrobene und raue Stimme. "Als hättest du im Krieg nicht schlimmere Qualen erlitten, dagegen ist dies wohl nicht mehr als ein Krug Dunkelbier in einer Kurve." "... das ich dir gleich über deinen hässlichen, grünen Kopf kippen werde, wenn du mich nicht gleich in Ruhe lässt." "Schweig du alter Greis und halt still." Vorsichtig tupfte er mit einem alten Lederlappen die überschüssige, blaue Flüssigkeit ab. Eine tiefe Wunde, die bis zum Knochen drang. Mit verspottener Stimmte sprach die gestrüppartige Gestalt: "Sowas passiert nun mal, wenn man sich nicht an die Hausregeln hält!" und lachte dabei, "Gilt die Schweigepflicht nicht auch für dich? Und ausserdem, einer musste sich ja um diesen gottlosen Thurankor kümmern. In einer neutralen Stadt haben solche skrupellose Banditen nichts verloren!" "Trotzdem solltest du Vorsicht walten lassen, auch wenn der Beil nicht für dich, sondern für diesen betrunkenen Uroklas bestimmt war. Warum mischt du dich überhaupt in solche Angelegenheiten ein?" Ich winkte ab. "Bist du bald fertig? Davon abgesehen wartet noch unser Abendmahl auf uns. Ich hoffe, es schmeckt nicht so verbrannt wie es riecht!" "Du solltest unbedingt mal Deine akute, geistige Diarrhoe prüfen bevor Du weiter sprichst. Hier riecht gar nichts angebrannt!" "Und wie willst du das beurteilen? Du hasst doch nicht mal eine Nase!" "Meine Intuition ist ein besserer Koch als deine verschrumpelte Nase! Aber wenn du darauf bestehst, geh ich mal nachsehen."
Auf seinen hölzigen Beinen kroch er plötzlich schneller als man es von ihm gewohnt war. Wahrscheinlich ahnte er bereits dass Unheil in der Küche. Doch war er zu sehr um mich beschäftigt. Ein seltsamer Kerl. Wobei man es ihm nicht ansehen konnte, ob Mann oder Frau. Er besteht nur aus Blätter, Erde, Stein und Holz. Ein Art Baumwesen mit 2 herausstechenden, weissen Pupillen. Allerdings ohne erkennbaren Mund, Ohren oder Nase. Selbst seine Hände wirken nicht mehr als 2 bewegene Äste, übersät mit Erde, Gestein und Holz. Er war ein Elfgasa, und wie auch ich war er ein begnadeter Magier. Sein Zauber war allerdings Naturgebunden. Er konnte Wälder erschaffen, sowie Tiere beschwichtigen und Wunden anderer heilen. Ich lernte ihn in einem Gasthaus kennen. Wer das Gespräch eröffnet hatte, kann ich nicht sagen, allerdings war er es, der sich an mich erinnerte. In den dunklen Zeiten hatten wir schon einmal das Vergnügen miteinander. Ich verhalf ihn und seinem Ober-Magister bei der Flucht, bevor er es zur Hinrichtung kam. Ich kannte den Ober-Magister nicht persönlich, dennoch war sein Leben mehr Wert als der Dünger für einen Friedhof. Er war einer der 5 Ober-Magister, und sollte nur einer sterben, breche die Flora und Fauna von Butania komplett zusammen. Seit uns Gaia verlassen und die Elfgasa erschuf, war das Gleichgewicht stehts präsent. Doch geblendet von der Angst ließen die Uroklas jeden Elfgasa hinrichten, der nicht gehorsam war. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn das Leben des Ober-Magisters besiegelt gewesen wäre.
Meine Wunde ist bereits geheilt, übrig geblieben sind lediglich die Überreste des bläulichen Sekrets. Auch die Schmerzen sind verschwunden. "Wie ich sehe, ist deine Verwandlung vorüber, James Roland." "Ja, Herr von und zu Reagh Ranken. Übrigens hasst du hier eine Stelle vergessen zum abwischen." entgegnete ich spöttisch. "Hier," kurzerhand warf er mir den verschmutzten Lederlappen ins Gesicht "du hasst doch 2 kräftige Arme." "Und wie stehts um unser Essen?" "Duftet herrlich und wartet darauf, verspeist zu werden." "Nadenn...".